Effizient Trauermücken bekämpfen und vorbeugen

Fast dachte ich dieses Jahr, verschont zu bleiben. Dann sah ich die erste Trauermücke des Jahres. Gerade bei der Anzucht von Jungpflanzen können die kleinen Zweiflügler schnell zu großen Schäden führen.

Wie Trauermücken deinen Pflanzen schaden

Trauermücken heißen zwar Mücken, stechen aber nicht. Trotzdem können sie ein großes Ärgernis werden. Den meisten Menschen fällt ein Befall auf, wenn sie einen Pflanztopf berühren oder anheben und plötzlich einige der kleinen Mücken wegfliegen. Manchmal kann man auch beobachten, wie sie oben auf der Erde umherspazieren.

Viele Menschen finden das allein schon eklig, das eigentliche Problem ist aber ein anderes: Trauermücken legen ihre Eier in die Erde vom Topfpflanzen. Die daraus schlüpfenden Larven leben dann in der Erde und ernähren sich genüsslich von den Wurzeln deiner Pflanzen. Das kann die Pflanze nicht nur schwächen, sondern auch verkümmern lassen. Nimmt man den Wurzelballen aus dem Topf, kann man die kleinen, halbtransparenten Larven manchmal sogar durch die Erde kriechen sehen.

Gerade bei der Anzucht von Gemüsepflanzen ist das heikel, da das Wurzelsystem sich gar nicht erst voll entwickeln kann – die Larven der Trauermücken fressen sie oft schneller weg, als sie nachwachsen. Dagegen kommt kein zartes Pflänzlein an. Irgendwann kann man die Jungpflanzen ohne Widerstand aus der Erde ziehen und sieht, dass der Wurzelballen nahezu komplett abgefressen wurde.

Während man bei vielen Zimmerpflanzen einfach Ableger schneiden und neue Pflanzen daraus ziehen kann, sind Gemüse-Jungpflanzen in diesem Stadium oft unwiderbringlich ruiniert.

Gelbsticker dienen hauptsächlich zur Kontrolle

Gelbsticker (Gelbtafeln, Gelbkarten) gibt es in Drogerien, vielen Supermärkten, Baumärkten und im Gartenfachhandel. Sie ziehen Trauermarken mit ihrer leuchtend gelben Farbe magisch an. Da sie mit einer Klebeschicht überzogen sind, bleiben die Trauermücken sofort daran kleben.

Dennoch sind sie strenggenommen keine Fallen, um Trauermücken auszurotten. Sie dienen hauptsächlich dazu, einen Befall rechtzeitig zu erkennen und den Erfolg der Gegenmaßnahmen zu kontrollieren. Denn wenn bereits ein deutlich sichtbarer Schwarm aufsteigt, sobald man den Pflanztopf berührt, ist die Population meist schon hoch.

Natürlich fangen die Gelbkarten auch Trauermücken ab, die folglich keinen Schaden mehr anrichten können. Insofern dienen sie durchaus auch als Trauermücken Falle zur Reduktion eines Befalls. Wenn mehr als eine einzelne verirrte Trauermücke unterwegs ist, wird das aber in den meisten Fällen nicht genügen. Die Eier und Larven befinden sich dann bereits im Topf.

Nematoden gegen Trauermücken gießen

SF-Nematoden sind kleine Fadenwürmer, die die Larven der Trauermücken penetrieren. Sie sind so winzig, dass man sie mit dem bloßen Auge nicht sehen kann. Die Larven gehen daran nach ca. 24 bis 48 Stunden zugrunde und können keine Schäden am Wurzelwerk mehr anrichten. Die Nematoden in der Erde sind für die Pflanze vollkommen ungefährlich. Einzige Voraussetzung während der Behandlung ist, dass die Erde feucht (nicht nass) gehalten und direkte Sonneneinstrahlung gemieden wird.

SF-Nematoden gegen Trauermücken kann man man einfach online bestellen. Die Lieferung erfolgt meist in Pulverform (es gibt auch Konzentrate und Depot-Kügelchen, die aber bei meinem letzten Vergleich deutlich teurer waren).

Die Nematoden werden dann einfach ins Gießwasser gegeben, wo sie wieder aktiv werden. Damit werden die Pflanztöpfe dann einfach gegossen und die folgenden Tage feucht (nicht nass!) gehalten (dann genügt normales Gießwasser, ohne weitere Nematoden darin). Vorsichtshalber ist es ratsam, alle Pflanzen damit zu behandeln, auch wenn noch nicht an allen Trauermücken oder Larven gesichtet wurden.

Alternative Trauermücken Hausmittel

Es gibt noch andere Stoffe, die einfach über das Gießwasser ausgebracht werden und gegen Trauermücken helfen sollen. Dazu zählen vor allem Teebaumöl, Neemöl, Lavendelöl, Wasserstoffperoxid, Backpulver und Natron oder auch ein Knoblauch-Aufguss.

Meine Erfahrung aus der Praxis ist aber, dass diese Mittel allenfalls leicht oder vorbeugend wirken. Wenn ich einen wirklichen Befall an Pflanzen feststelle, mache ich daher keine Experimente mehr und gieße gleich mit Nematoden. Die haben mich noch nie enttäuscht.

Streichhölzer gegen Trauermücken

Auch Streichhölzer in die Erde stecken soll aufgrund des Schwefels, der dann durch die Feuchtigkeit im Boden freigesetzt wird, helfen. Zumindest theoretisch. Bei einem bereits wahrnehmbaren Befall konnte ich aber auch hier keinen ausreichenden Effekt beobachten.

Trauermücken vorbeugen

In manchen Jahren habe ich während der gesamten Anzuchtzeit immer wieder Nematoden gießen müssen, weil immer wieder Trauermücken ihren Weg fanden. Das ist nicht nur ziemlich nervig, sondern auch ein Kostenpunkt. Mit ein paar Kniffen kann man es den Trauermücken aber deutlich schwerer machen:

Von unten gießen

Trauermücken lieben feuchte, nasse Erde. Man sollte daher nicht zu viel gießen und Staunässe unbedingt vermeiden. Eine gute Idee ist es auch, Pflanzen von unten zu gießen. Dabei wird das Gießwasser in den Untersetzer oder eine geeignete Schale gegossen und die Pflanzen hineingestellt. Das benötigte Wasser saugt die Erde dann auf, der Rest kann nach wenigen Stunden weggeschüttet werden.

Durchlüftung verbessern

Pro Pflanztopf einige Perlite in die Erde einzuarbeiten kann dabei helfen, Staunässe zu verhindern und verbessert die Bodenbelüftung. Das mögen Trauermücken so gar nicht.

Erde abdecken

Damit neue Trauermücken (die theoretisch jederzeit zum Fenster reinfliegen können) es schwerer haben, kann man oben auf die Pflanztöpfchen zusätzlich feinen Sand streuen. Die Trauermücken kommen dort nur schwer hindurch und können daher nicht ohne Weiteres ihre Eier in der Erde ablegen.

Auch Kaffeesatz wird nachgesagt, Trauermücken durch ihren intensiven Duft abzuhalten.

Erde sterilisieren

Wenn Pflanzen umgetopft werden oder in frische Aussaaterde gesät werden, kann es passieren, dass man sich mit der gekauften Erde neue Trauermücken ins Haus holt. Verhindern kann man das, indem man die Erde auf einem Backblech ausbereitet und bei 175 bis 200 Grad für 15 bis 20 Minuten sterilisiert.

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