Perlite kannte ich lange Zeit allenfalls in der Erde von Zimmerpflanzen und bei der Pflanzenanzucht. Perlite mit Erde mischen funktioniert aber auch hervorragend zur Verbesserung der Bodenstruktur im Freiland.
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Das Problem: Schwerer (Lehm-)Boden
Ein Lehmboden ist natürlich nicht per se ein Problem. Viele Obst- und Gemüsepflanzen wachsen prächtig, viele Kohlarten kommen damit sogar besonders gut zurecht.
Andere Pflanzen mögen schwere Böden allerdings so gar nicht, z.B. Möhren. Wieder andere kommen damit einigermaßen klar, aber der optimale Standort ist es für diese Pflanzen dennoch nicht, z.B. Spinat.
Die Hauptursachen sind, dass schwere Böden sehr dicht sind, Wasser schlecht ablaufen kann und sie vergleichsweise sauerstoffarm sind. Wurzelgemüse kann sich dadurch schlechter entfalten, Wurzelfäule wird begünstigt. Man kann sich mit häufigem Auflockern des Bodens behelfen, doch das ist zum einen viel Aufwand, stört das Wurzelwerk mitunter und ist auch nicht von langer Dauer, denn der Boden verdichtet schnell wieder.
Was sind Perlite?
Perlite (auch Perlit geschrieben) ist ein natürliches, mineralisches Vulkangestein aus vulkanischem Glas. Es entsteht, wenn kieselsäurereiche Lava schnell abkühlt und dabei 2–5 % Wasser einschließt. Im Rohzustand ist es ein hartes, glasiges Gestein, das in Bergwerken (z. B. in Griechenland, Türkei, Ungarn oder den USA) abgebaut wird.
Nach dem Abbau wird das Rohmaterial auf bis zu 1.000 °C erhitzt, wodurch das Wasser explosionsartig verdampft und das Perlit „pufft“, ähnlich wie Popcornmais. Das Ergebnis ist ein 4- bis 20-fach vergrößertes Volumen und zahlreiche kleine weiße Körner mit bis zu 95 % Luftporen.
Vorteile von Perlite
Und was nutzen Perlite jetzt dem Gartenboden?
- Sehr gute Durchlüftung des Bodens (verbessert u.a. das Wurzelwachstum)
- Verbessert die Wasserdurchlässigkeit
- Speichert etwas Feuchtigkeit und gibt sie bei Bedarf ab
- Relativ formstabil und leicht (auch ein 100L-Sack ist easy zu transportieren!)
- Bringt keine Nährstoffe mit, beeinflusst den pH-Wert nicht
- Nicht brennbar, schimmelresistent, verrottet nicht
Und: der Effekt ist sofort nach dem Ausbringen sicht- und spürbar (naja, zumindest für die Pflanzen).
Perlite im Freiland einarbeiten
Inzwischen habe ich etwa 500 Liter Perlite in meinen Beeten untergebracht. Das sind 5 große Säcke, die ich in der Körnung 0-6 mm bestellt habe. Kostenpunkt fürs Markenprodukt „Perligran“ von Knauf lag über Amazon bei 0,22 €/Liter (Unbezahlte Werbung).
Ansonsten gibt es Perlite natürlich auch von anderen Herstellern und in so gut wie jedem Baumarkt und vielen Gartenbaumärkten in verschiedenen Mengen. Allerdings – so zumindest meine Erfahrung – teurer.

Ich habe das Beet dafür zunächst gelockert und teilwesie 30 – 40 cm tief umgegraben, anschließend die Perlite einfach darauf geschüttet und gleichmäßig verteilt. Das war es eigentlich schon. Ich bin für’s Erste relativ grob geblieben, da die weitere Mischung später ohnehin bei der Planzung der ersten Jungpflanzen erfolgte. Bodelebewesen arbeiten den Boden zusätzlich laufend durch.
Gibt es auch Nachteile?
Bis auf den Kostenaufwand konnte ich keine beobachten. Manche Quellen merken an, dass bei Starkregen die feinen Perlite „aufschwimmen“ könne. Ich kann das aus der Praxis aber nicht bestätigen, auch nicht wenn der Boden wirklich stark durchnässt war.
Alternativ könnte statt Perlit auch Blähton zum Einsatz kommen – der Effekt soll sogar höher sein (allerdings auch der Preis). Das habe ich allerdings noch nicht getestet 😉

