Je nach Region ist noch bis Anfang Mai Bärlauch-Zeit. Auf den ersten Blick sieht wilder Bärlauch aber anderen Pflanzen zum Verwechseln ähnlich, die man jedoch tunlichst nicht „genießen“ sollte.
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Unterschätzter Bärlauch
Bärlauch zählt zu den Wildpflanzen, die viele Menschen direkt in ihrer Nähe haben, ohne davon zu wissen. Im Supermarkt sucht man ihn meist vergeblich. Und das, obwohl Bärlauch so ein Geheimtipp ist, dass es inzwischen sogar Bärlauch-Diebe gibt, die ihn kiloweise ernten (oder sogar ganz ausgraben) und stehlen.
Im Gegensatz zum kultivierten Knoblauch ist sein Aroma feiner und weniger stark, sodass er sich hervorragend für Pestos, Suppen, Kräuterbutter oder Salate eignet, ohne den Geschmack des Gerichts allzu stark zu dominieren. Gleichzeitig ist er extrem nährstoffreich und liefert wertvolle Vitamine und Mineralstoffe.
Bärlauch aus dem Wald ist in vielen Fällen auch weniger (oder sogar gar nicht) mit bestimmten Schadstoffen belastet als industriell angebautes Gemüse, z.B. synthetische Pestizide oder Schwermetalle (vor allem in abgelegenen Wäldern).
Verwechslungsgefahr bei Bärlauch
Einen Wermutstropfen gibt es aber leider: Bärlauch sieht einigen giftigen Pflanzen relativ wenig. Vor allem, wer ihn zum ersten Mal pflücken geht und die Pflanzen noch nicht ihre charakteristischen Blüten ausgebildet haben, kann leicht zu Verwechslungen mit Maiglöckchen, Aronstab und Herbstzeitlose kommen.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) berichtet, dass es regelmäßig zu Vergiftungsfällen durch Verwechslung von Bärlauch kommt. Todesfälle sind dokumentiert, aber selten. Riskieren will man natürlich trotzdem nicht, zu den seltenen Fällen zu gehören 😉
Der typische Bärlauch-Geruch
Das wohl mit Abstand eindeutigste Anzeichen für echten Bärlauch ist sein Geruch. Er riecht charakteristisch nach Knoblauch, ein größeres Feld duftet mitunter viele Meter weit. Wenn man direkt am Blatt riecht (am besten etwas daran reiben), erkennt man den Bärlauch dann wirklich zuverlässig.
Allerdings wachsen Bärlauch und seine giftigen Doppelgänger oft in unmittelbarer Nähe zueinander. So kann es passieren, dass die Hände vom Testen echten Bärlauchs nach Knoblauch riechen, sodass man es nicht bemerkt, wenn sich einige andere Pflanzen dazwischen gemogelt haben. Genaues Hinsehen ist also immer nötig, auch wenn ein Bärlauch-Feld erfolgreich als solches identifiziert wurde.
Charakteristische (Blatt-)struktur von Bärlauch
Bärlauchblätter sind matt, die giftigen Doppelgänger eher glänzend. Zudem wächst beim Bärlauch jedes Blatt an einem einzelnen Blattstiel, während bei Maiglöckchen in der Regel zwei Blätter zusammen aus einem Stängel kommen.
Weitere Unterscheidungsmerkmale sollen die Mittelrippe sein, die beim Bärlauch als ausgeprägter gilt – ich habe mich darauf aber noch nie verlassen und finde es nicht eindeutig genug.
Die Alternative zum Pflücken in freier Wildbahn
Ganz sicher kannst du sein, wenn du nicht in der freien Natur sammeln gehst (z.B. über die mundraub.org-Karte), sondern ein schattiges Plätzchen im Garten übrig hast und Bärlauch einfach selbst anbaust. Das klappt mittels Saatgut oder auch – deutlich einfacher – mit vorgezogenen Pflänzchen.
Da der Bärlauch jedes Jahr wieder kommt, kannst du jahrelang ernten, ohne viel Arbeit damit zu haben. Und Standorte, an denen sonst vieles nicht wächst, können so auch gut genutzt werden.
Für den Notfall
Wenn du schon etwas gegessen hast und dir nun unsicher bist, findest du hier eine Liste der bundesweiten Giftnotrufzentralen und ihre Telefonnummern.

