Aussaaten im Juli: Das kannst du jetzt noch aussäen

Viele Gärtner und Selbstversorger ziehen einmal im Frühjahr ihre Jungpflanzen an und pflanzen sie dann nach den Eisheiligen nach draußen. Aber jetzt ist noch lange nicht Schluss, sondern du kannst direkt die nächste Runde vorbereiten und erste Ente-Lücken im Beet direkt wieder schließen

Knackige Salate

Salate gehen eigentlich immer – aber im Hochsommer gibt es einen Haken: Bei Temperaturen über 20 °C keimen viele Sorten extrem schlecht. Nutze daher jetzt im Juli für die Aussaat unbedingt ein schattiges, kühles Plätzchen im Freien oder einen kühlen Ort im Haus. Bei der Sortenwahl eignen sich z. B. Eissalat, Endivien oder Batavia-Salate.

Radicchio und andere Zichoriensalate (wie Zuckerhut) müssen jetzt im Juli dringend in die Erde, damit sie vor dem Winter noch feste, herrlich herbe Köpfe bilden.

Zuckererbse

Der Juli ist der perfekte Zeitpunkt für eine späte Aussaat von Zuckererbsen. Da sie extrem schnell wachsen, füllen sie abgeerntete Beete im Nu wieder auf. Die milden Spätsommertage sorgen dafür, dass die Schoten wunderbar süß und knackig werden.

Sorten wie „Delikett“ eignen sich übrigens auch super zum Einfrieren für den Winter!

Mangold

Mangold-Die Pflanzen wachsen im warmen Sommerboden rasant und liefern dir schon bald die ersten knackigen Blätter. Das Geniale an Mangold: Er ist extrem ausdauernd. Wenn du nach der ersten Ernte die Herzblätter stehen lässt, treibt er im Herbst wieder aus. So kannst du bis in den November hinein ernten. Ganz nebenbei bringen Sortenmischungen wie „Rainbow“ auch tolle bunte Farben ins Beet.

Palmkohl

Palmkohl ist eine Alternative zum klassischen Grünkohl. Wenn du ihn im Juli aussäst, nutzt er die Sommerwärme für einen kräftigen Start. Seine feinen, dunkelgrünen Blätter wachsen palmenartig nach oben und machen im Beet auch optisch richtig was her. Das Beste: Palmkohl ist frosthart. Die Ernte zieht sich vom Herbst bis tief in den Winter hinein, wobei er nach den ersten milden Frösten sogar noch milder im Geschmack wird.

Chinakohl

Chinakohl ist ein klassisches Herbstgemüse und darf auf keinen Fall zu früh raus. Wenn er die langen, heißen Tage im Mai oder Juni abbekommt, schießt er sofort in die Blüte, statt einen Kopf zu bilden. Mitte bis Ende Juli ist der absolute Sweet Spot, um die Jungpflanzen ins Beet zu setzen. Wenn du noch keine Pflanzen hast, ziehe sie Anfang Juli blitzschnell vor oder säe sie direkt ins Beet – die Wärme lässt sie jetzt im Rekordtempo wachsen.

Karotten

Für Karotten ist jetzt im Juli die allerletzte Chance für die Herbst- bzw. Winterernte. Achte auf eine frühe Sorte mit kurzer Entwicklungszeit (z.B. Nantaise oder Milan) und säe sie direkt ins Beet. Weil der Juli-Boden extrem schnell austrocknet, musst du die Erde bis zur Keimung (das kann gut zwei bis drei Wochen dauern!) penibel feucht halten.

Tipp: Lege nach dem Gießen ein feuchtes Jutetuch oder (Winter-)Vlies (lichtdurchlässig, denn Karotten sind Lichtkeimer!) auf den Boden. Das schützt vor Austrocknung, ist aber leicht genug, dass die ersten zarten Keime nicht erdrückt werden.

Knollenfenchel

Fenchel ist ein Sensibelchen, was das Tageslicht angeht. Wird er im Frühjahr gesät, schießt er durch die lang werdenden Tage oft direkt in die Blüte. Da die Tage seit der Sommersonnenwende im Juni wieder kürzer werden, schaltet der Fenchel jetzt im Juli auf „Knollenwachstum“ um. Schnapp dir die Samen, jetzt ist die perfekte Zeit für die Juli-Aussaat!

Buschbohnen

Deine erste Charge Bohnen blüht bei dir vielleicht schon oder liefert bereits die ersten Hülsen. Damit du bis zum ersten Frost im Herbst durchgehend ernten kannst, kannst du jetzt im Juli eine zweite Runde Buschbohnen direkt ins Beet stecken. Da der Boden jetzt wunderbar warm ist, keimen sie oft schon nach wenigen Tagen und holen die Zeit im Nu auf.

Vorsicht in der Fensterbank

Während wir im Frühjahr oft noch mit Pflanzenlampen arbeiten müssen, wird es deinen Jungpflanzen auf der Fensterbank jetzt im Juli leicht zu warm und zu sonnig. Die Glasscheibe wirkt wie ein Brennglas – die Erde trocknet in Rekordzeit aus und die zarten Blättchen verbrennen.

Pass also vorsichtshalber etwas auf und stelle deine Voranzucht nicht direkt in die pralle Sonne. Eine Direktsaat gleich ins Beet ist jetzt ohnehin die bessere Wahl. Schütze die entsprechenden Flächen zur Sicherheit mit einem Schutznetz oder Vlies, damit Vögel das Saatgut nicht direkt aus dem Boden picken.

Durch die Direktsaat gewöhnen sich dein Jungpflanzen übrigens auch von Anfang an an direkte UV-Strahlung, Wind und Wetter und du ersparst dir das spätere Abhärten deiner Jungpflanzen vor dem Raussetzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert